Artikel 6-14 Regeln für Schachbewerbe
Artikel 6 Die Schachuhr
| 6.1 |
Eine "Schachuhr" ist eine Uhr mit zwei
Zeitanzeigen, die so miteinander verbunden sind, dass zu gleicher
Zeit nur eine von ihnen in Gang sein kann. In den Schachregeln
bedeutet "Uhr" eine der beiden Zeitanzeigen.
Das "Fallen der Klappe" bedeutet, dass die einem Spieler zur
Verfügung stehende Zeit aufgebraucht worden ist. |
| 6.2 |
a. |
Wenn eine Schachuhr verwendet wird, muss jeder Spieler eine
Mindestanzahl von Zügen oder alle Züge in der zur Verfügung stehenden
Zeit ausführen; und/oder es kann ihm nach jedem Zug eine zusätzliche
Bedenkzeit zugeteilt werden. All dies muss im voraus festgelegt werden. |
| |
b. |
Die von einem Spieler in einem Zeitabschnitt nicht verbrauchte Zeit,
wird der ihm für den nächsten Zeitabschnitt zur Verfügung stehenden Zeit
hinzugerechnet, ausgenommen beim "Bronstein-Modus" (time delay mode).
Beim "Bronstein-Modus" haben beide Spieler eine "Basis-Bedenkzeit"
zur Verfügung. Jeder Spieler erhält zusätzlich eine bestimmte zusätzliche Bedenkzeit für
jeden Zug. Die Basis-Bedenkzeit reduziert sich erst dann, wenn die zusätzliche
Bedenkzeit für den Zug verbraucht ist. Sofern der Spieler seine Uhr vor dem Ende
der zusätzlichen Bedenkzeit anhält, bleibt die Basis-Bedenkzeit unverändert,
unabhängig davon ob die zusätzliche Bedenkzeit verbraucht wurde. |
| 6.3 |
Jede Zeitanzeige hat eine "Klappe".
Unmittelbar nach dem Fallen einer Klappe müssen die
Erfordernisse von Artikel 6.2 (a) überprüft
werden. |
| 6.4 |
Vor Beginn der Partie entscheidet der Schiedsrichter,
wo die Schachuhr steht. |
| 6.5 |
Zu dem für den Partiebeginn festgesetzten
Zeitpunkt wird die Uhr des Spielers mit den weißen Figuren in
Gang gesetzt. |
| 6.6 |
Wenn bei Spielbeginn keiner der beiden Spieler anwesend
ist verliert der Spieler mit den weißen Steinen die gesamte Zeit, die
bis zu seinem Eintreffen vergeht, ausgenommen die Turnierbestimmungen
setzen anderes fest oder der Schiedsrichter entscheidet anders. |
| 6.7 |
Jeder Spieler, der mehr als eine Stunde nach dem
planmäßigen Beginn der Spielzeit am Schachbrett eintrifft, verliert
die Partie, ausgenommen die Turnierbestimmungen setzen anderes fest
oder der Schiedsrichter entscheidet anders. |
| 6.8 |
a. |
Während der Partie muss jeder Spieler, nachdem er seinen Zug am
Schachbrett ausgeführt hat, seine eigene Uhr anhalten und die Uhr
seines Gegners in Gang setzen. Ein Spieler muss immer die Möglichkeit
haben, seine Uhr anzuhalten. Sein Zug gilt nicht als beendet, bevor er
dies getan hat, ausgenommen der ausgeführte Zug beendet die Partie.
(Siehe Artikel 5.1 und 5.2).
Die Zeit zwischen der Ausführung des Zuges auf dem Schachbrett und dem
Anhalten der eigenen Uhr und dem Starten der Uhr des Gegners ist Teil
der dem Spieler zur Verfügung stehenden Zeit. |
| |
b. |
Ein Spieler muss seine Uhr mit derselben Hand anhalten, mit der er
seinen Zug ausgeführt hat. Es ist einem Spieler verboten, den Finger
auf oder über dem Knopf zu halten. |
| |
c. |
Die Spieler müssen die Schachuhr angemessen betätigen. Es ist
verboten, gewaltsam auf sie zu schlagen, sie in die Hand zu nehmen
oder sie umzuwerfen. Jede unkorrekte Behandlung der Uhr muss gemäß
Artikel 13.4 bestraft werden. |
| |
d. |
Wenn es einem Spieler nicht möglich ist, die Schachuhr zu betätigen
kann er einen Assistenten bereitstellen, der für den Schiedsrichter
annehmbar ist, um diese Arbeit durchzuführen. Seine Uhr muss durch
den Schiedsrichter gerecht angepasst werden. |
| 6.9 |
Die Klappe eines Spielers gilt als gefallen, wenn der
Schiedsrichter dies feststellt oder einer der Spieler dies zu Recht
reklamiert hat. |
| 6.10 |
Außer in den Fällen, die durch den Artikel 5.1
oder einen der Artikel 5.2 (a), (b) und (c) erfasst sind, ist
die Partie für einen Spieler verloren, wenn er die vorgeschriebene
Anzahl von Zügen nicht in der ihm dafür zur Verfügung stehenden Zeit
beendet hat. Die Partie ist jedoch remis, wenn eine Stellung erreicht
worden ist, aus der es dem Gegner nicht möglich ist, den König des
Spielers durch irgendeine Folge von regelgemäßen Zügen, auch bei
ungeschicktestem Gegenspiel, mattzusetzen. |
| 6.11 |
Jede Anzeige auf den Uhren ist bindend, sofern kein offensichtlicher
Mangel vorliegt. Eine Schachuhr mit einem offensichtlichen Mangel muss ersetzt
werden. Der Schiedsrichter muss die Uhr austauschen und nach bestem Ermessen
entscheiden, welche Zeiten auf den Ersatzuhren einzustellen sind. |
| 6.12 |
Wenn beide Klappen gefallen sind, aber nicht nachweisbar
ist, welche Klappe zuerst fiel, dann |
| |
(a) |
wird die Partie fortgesetzt, falls das in irgendeiner Periode der Partie
außer der letzten geschehen ist; |
| |
(b) |
endet die Partie remis, falls das in der Periode der Partie geschehen ist,
in welcher alle verbleibenden Züge beendet werden müssen. |
| 6.13 |
a. |
Wenn eine Partie zu unterbrechen ist, muss der Schiedsrichter
die Uhren anhalten. |
| |
b. |
Ein Spieler darf beide Uhren nur dann anhalten, wenn er den
Schiedsrichter zu Hilfe ruft, zum Beispiel wenn ein Bauer umzuwandeln
und die benötigte Figur nicht zur Hand ist. |
| |
c. |
Der Schiedsrichter muss in beiden Fällen entscheiden, wann die
Partie wieder fortgesetzt wird. |
| |
d. |
Wenn ein Spieler die Uhren anhält um den Schiedsrichter um Hilfe
zu rufen, dann hat der Schiedsrichter zu entscheiden, ob der Spieler
einen ausreichenden Grund dafür hatte. Wenn es offensichtlich ist,
dass der Spieler keinen ausreichenden Grund hatte die Uhren anzuhalten,
muss der Spieler gemäß Artikel 13.4 bestraft werden. |
| 6.14 |
Wenn eine Regelwidrigkeit vorgefallen ist und/oder die
Figuren in eine vorangegangene Stellung zurückversetzt werden müssen,
muss der Schiedsrichter nach bestem Ermessen entscheiden, welche Zeiten
auf den Uhren einzustellen sind. Er muss, falls erforderlich, auch den
Zugzähler der Schachuhr anpassen. |
| 6.15 |
Leinwände, Bildschirme oder Demonstrationsbretter, welche
die aktuelle Stellung auf dem Schachbrett, die Züge und die Anzahl der
ausgeführten Züge zeigen, sowie Uhren, die auch die Anzahl der Züge
zeigen, sind im Turniersaal erlaubt. Ein Spieler darf jedoch keine Reklamation
vorbringen, welche ausschließlich mit einer auf solche Art angezeigten
Information begründet ist. |
Artikel 7 Regelwidrigkeiten
| 7.1 |
a. |
Wenn während einer Partie festgestellt wird, dass die
Anfangsstellung der Figuren falsch war, muss die Partie abgebrochen
und eine neue Partie gespielt werden. |
| |
b. |
Wenn während einer Partie festgestellt wird, dass der einzige
Fehler darin besteht, dass das Schachbrett nicht gemäß Artikel 2.1 aufgelegt wurde, wird die Partie
fortgesetzt, aber die erreichte Stellung muss auf ein richtig
liegendes Schachbrett übertragen werden. |
| 7.2 |
Wenn eine Partie mit vertauschten Farben begonnen worden
ist, muss sie fortgesetzt werden, es sei denn, der Schiedsrichter entscheidet anders. |
| 7.3 |
Wenn ein Spieler eine oder mehrere Figuren verschiebt,
muss er die richtige Stellung auf Kosten seiner eigenen Zeit wieder
herstellen. Falls nötig muss der Spieler oder sein Gegner die Uhren
anhalten und den Schiedsrichter zu Hilfe rufen. Der Schiedsrichter kann
den Spieler bestrafen, der die Figuren verschoben hat. |
| 7.4 |
a. |
Wenn während der Partie festgestellt wird, dass ein regelwidriger Zug,
einschließlich der Umwandlung eines Bauern oder dem Schlagen des
gegnerischen Königs, ausgeführt wurde muss die Stellung unmittelbar
vor der Regelwidrigkeit wieder hergestellt werden. Wenn die Stellung unmittelbar
vor der Regelwidrigkeit nicht ermittelt werden kann, muss die Partie von der
letzten bekannten Stellung vor der Regelwidrigkeit weiter gespielt werden.
Die Uhren müssen gemäß Artikel 6.14 eingestellt werden. Artikel 4.3
ist bei dem Zug anzuwenden, der den regelwidrigen Zug ersetzt. Danach muss die
Partie von der wiederhergestellten Position weg fortgesetzt werden. |
| |
b. |
Nach Anwendung von Artikel 7.4 (a) muss der Schiedsrichter bei den
ersten beiden regelwidrigen Zügen durch einen Spieler in jedem Fall seinem
Gegner zwei Minuten zusätzliche Bedenkzeit geben; bei einem dritten
regelwidrigen Zug durch denselben Spieler muss der Schiedsrichter die Partie
für diesen Spieler als verloren entscheiden. |
| 7.5 |
Wenn während der Partie festgestellt wird, dass Figuren
von ihren Feldern verschoben worden sind, muss die Stellung vor der
Regelwidrigkeit wieder hergestellt werden. Wenn die Stellung unmittelbar
vor der Regelwidrigkeit nicht ermittelt werden kann, muss die Partie von
der letzten bekannten Stellung vor der Regelwidrigkeit weiter gespielt
werden. Die Uhren müssen gemäß Artikel 6.14 eingestellt werden.
Danach muss die Partie von der wiederhergestellten Position weg
fortgesetzt werden. |
Artikel 8 Die Aufzeichnung der Züge
| 8.1 |
Während der Partie ist jeder Spieler verpflichtet, seine
eigenen Züge und die seines Gegners auf korrekte Art mitzuschreiben, Zug
für Zug, so deutlich und lesbar wie möglich, in der algebraischen Notation
(Anhang E), auf dem für den Bewerb vorgeschriebenen Partieformular.
Es ist verboten, die Züge im Voraus aufzuschreiben, außer der Spieler
reklamiert ein Remis gemäß Artikel 9.2 oder 9.3.
Ein Spieler darf, wenn er es wünscht, auf den Zug seines Gegners antworten,
bevor er ihn aufschreibt. Er muss seinen vorangegangenen Zug aufschreiben, bevor
er einen weiteren macht. Beide Spieler müssen ein Remisangebot auf dem
Partieformular aufschreiben (Anhang E.12).
Wenn es einem Spieler nicht möglich ist, die Partie mitzuschreiben, kann er
einen Assistenten bereitstellen, der für den Schiedsrichter annehmbar ist, um die
Züge aufzuschreiben. Seine Uhr muss durch den Schiedsrichter gerecht angepasst werden. |
|
| 8.2 |
Das Partieformular muss vom Schiedsrichter
während der Partie immer eingesehen werden können. |
| 8.3 |
Die Partieformulare sind das Eigentum der
Veranstalter eines Turniers. |
| 8.4 |
Wenn ein Spieler zu irgendeinem Zeitpunkt einer Periode weniger
als fünf Minuten auf seiner Uhr übrig hat und er nicht für jeden Zug
30 Sekunden oder mehr hinzugefügt bekommt, ist er nicht verpflichtet, die
Anforderungen von Artikel 8.1 zu erfüllen. Nachdem eine der Klappen
gefallen ist, muss der Spieler unverzüglich, bevor er eine Figur am
Schachbrett zieht, sein Partieformular vervollständigen. |
| 8.5 |
a. |
Wenn gemäß Artikel 8.4 keiner der Spieler verpflichtet ist
mitzuschreiben, sollten der Schiedsrichter oder ein Stellvertreter
versuchen, anwesend zu sein und mitzuschreiben. In diesem Fall muss der
Schiedsrichter unmittelbar nachdem eine der Klappen gefallen ist, die
Uhren anhalten. Danach müssen beide Spieler ihre Partieformulare
vervollständigen, wobei das Partieformular des Schiedsrichters oder des
Gegners verwendet werden kann. |
| |
b. |
Wenn gemäß Artikel 8.4 nur einer der Spieler nicht verpflichtet
ist mitzuschreiben, dann muss der, sobald eine der Klappen gefallen ist,
sein Partieformular vervollständigen bevor er eine Figur am Schachbrett
zieht. Falls der Spieler am Zug ist, darf er das Partieformular des
Gegners benützen, aber er muss es zurückgeben bevor er einen Zug macht. |
| |
c. |
Wenn kein vollständiges Partieformular vorliegt, müssen die Spieler
die Partie auf einem zweiten Schachbrett unter Aufsicht des
Schiedsrichters oder eines Stellvertreters nachspielen. Dieser muss zuerst
die aktuelle Stellung, die Zeiten auf den Uhren und die Anzahl der Züge,
sofern diese Information verfügbar ist, aufschreiben, bevor nachgespielt wird. |
| 8.6 |
Wenn die Partieformulare nicht so vervollständigt werden
können, dass sie beweisen dass ein Spieler die zur Verfügung stehende
Zeit überschritten hat, gilt der nächste auszuführende Zug als der
erste der nächsten Zeitperiode, es sei denn, es sind nachweisbar mehr
Züge ausgeführt worden. |
| 8.7 |
Nach Beendigung der Partie müssen beide Spieler beide
Partieformulare unterschreiben, die das Ergebnis der Partie angeben.
Auch wenn es unrichtig ist bleibt dieses Ergebnis aufrecht, es sei denn,
der Schiedsrichter entscheidet anders. |
Artikel 9 Das Remis
| 9.1 |
a. |
Ein Spieler der ein Remis anbieten möchte, darf dies
machen nachdem er einen Zug auf dem Schachbrett ausgeführt hat und bevor
er seine Uhr anhält und die seines Gegners startet. Ein Remisangebot zu
einem anderen Zeitpunkt während der Partie ist zwar gültig, aber der
Artikel 12.6 muss berücksichtigt werden. An das Angebot können keine
Bedingungen geknüpft werden. In beiden Fällen kann das Angebot nicht
zurückgezogen werden und bleibt gültig, bis der Gegner es annimmt,
mündlich ablehnt oder durch Berührung einer Figur mit der Absicht diese
zu ziehen oder zu schlagen ablehnt, oder die Partie auf irgendeine
andere Art beendet worden ist. |
| |
b. |
Das Remisangebot muss von beiden Spielern auf ihren
Partieformularen mit dem Symbol "(=, Anhang E.13)" notiert werden. |
| |
c. |
Eine Remisreklamation gemäß Artikel 9.2, 9.3 oder 10.2 muss
auch als Remisangebot betrachtet werden. |
| 9.2 |
Die Partie ist remis nach einer berechtigten
Reklamation des Spielers, der das Recht zu ziehen hat, wenn die gleiche
Stellung mindestens zum dritten Mal (nicht unbedingt durch Zugwiederholung) |
| |
a. |
entstehen wird, falls er zuerst seinen Zug auf sein Partieformular
schreibt und dem Schiedsrichter seine Absicht erklärt, diesen Zug
auszuführen, oder |
| |
b. |
soeben entstanden und der das Remis reklamierende Spieler am Zug ist. |
| |
Stellungen gemäß (a) und (b) gelten als gleich, wenn
derselbe Spieler am Zug ist, Figuren dergleichen Art und Farbe die
gleichen Felder besetzen und die Zugmöglichkeiten aller Figuren beider
Spieler gleich sind.
Stellungen sind nicht gleich, wenn ein Bauer, der en passant geschlagen werden
konnte, auf diese Art nicht mehr geschlagen werden kann oder wenn das Recht zu
rochieren sich vorläufig oder dauerhaft geändert hat. |
| 9.3 |
Die Partie ist nach einer berechtigten Reklamation des
am Zug befindlichen Spielers remis, falls |
| |
a. |
er einen Zug auf seinem Partieformular aufschreibt und dem
Schiedsrichter seine Absicht erklärt, diesen Zug ausführen zu
wollen, wobei dieser Zug zur Folge hat, dass die letzten 50 aufeinander
folgenden Züge eines jeden Spielers geschehen sind, ohne dass ein
Bauer gezogen wurde und ohne ein Schlagen, oder |
| |
b. |
die letzten 50 aufeinander folgenden Züge eines jeden Spielers
geschehen sind, ohne dass ein Bauer gezogen wurde und ohne ein Schlagen. |
| 9.4 |
Wenn ein Spieler einen Zug ausführt, ohne Remis zu
reklamieren, verliert er für diesen Zug das Recht, gemäß
Artikel 9.2 und 9.3 zu reklamieren. |
| 9.5 |
Wenn ein Spieler ein Remis gemäß Artikel 9.2 oder
9.3 reklamiert, muss er sofort beide Uhren anhalten. Es ist ihm nicht
erlaubt, seine Reklamation zurückzuziehen. |
| |
a. |
Erweist sich der Anspruch als richtig, ist die Partie sofort remis. |
| |
b. |
Erweist sich der Anspruch als unrichtig, muss der Schiedsrichter
drei Minuten zur verbleibenden Bedenkzeit des Gegners hinzufügen.
Wenn der reklamierende Spieler noch mehr als zwei Minuten auf seiner
Uhr hat muss der Schiedsrichter diesem zusätzlich die Hälfte der ihm
verbleibenden Bedenkzeit, höchstens jedoch drei Minuten, abziehen.
Wenn der reklamierende Spieler noch mehr als eine Minute aber weniger
als zwei Minuten hat muss die ihm verbleibende Bedenkzeit eine Minute
sein. Wenn der reklamierende Spieler weniger als eine Minute hat darf
der Schiedsrichter keine Veränderung an der Uhr des reklamierenden
Spielers vornehmen. Danach muss die Partie fortgesetzt und der
angekündigte Zug ausgeführt werden. |
| 9.6 |
Die Partie ist remis, sobald eine Stellung entstanden ist,
aus welcher ein Matt durch keine mögliche Folge von regelgemäßen
Zügen, auch nicht bei ungeschicktestem Gegenspiel, erreicht werden kann.
Damit ist die Partie sofort beendet, sofern der Zug, der diese Position
hergestellt hat, ein regelgemäßer Zug war. |
Artikel 10 Regeln für die letzte Partiephase (Quickplay Finish)
| 10.1 |
Ein "Quickplay Finish" ist die letzte Phase in
einer Partie, in welcher alle (verbleibenden) Züge in einer
begrenzten Zeit gemacht werden müssen. |
| 10.2 |
Wenn dem am Zug befindlichen Spieler weniger als zwei
Minuten Bedenkzeit verbleiben, darf er, bevor seine Klappe gefallen ist, ein
Remis reklamieren. Er muss die Uhren anhalten und den Schiedsrichter rufen. |
| |
a. |
Falls der Schiedsrichter überzeugt ist, dass der Gegner keine
Anstrengungen unternimmt, die Partie mit normalen Mitteln zu gewinnen,
oder dass es nicht möglich ist, die Partie mit normalen Mitteln zu
gewinnen, muss er die Partie als remis entscheiden. Andernfalls muss er
seine Entscheidung zurückstellen oder die Reklamation ablehnen. |
| |
b. |
Wenn der Schiedsrichter seine Entscheidung zurückstellt, können
dem Gegner zwei zusätzliche Minuten gegeben werden und die Partie muss,
sofern es möglich ist, in Anwesenheit eines Schiedsrichters fortgesetzt
werden. Der Schiedsrichter muss das Endresultat zu einem späteren Zeitpunkt
während der Partie oder nach dem Fallen einer der Klappen bekannt geben.
Er entscheidet die Partie als remis, wenn er überzeugt ist, dass die
Endstellung mit normalen Mitteln nicht gewonnen werden kann oder dass der Gegner
keine ausreichenden Versuche unternommen hat, die Partie mit normalen Mitteln zu gewinnen. |
| |
c. |
Wenn der Schiedsrichter die Reklamation abgelehnt hat müssen
dem Gegner zwei Minuten zusätzliche Bedenkzeit gegeben werden. |
| |
d. |
Die Entscheidung des Schiedsrichters betreffend Artikel 10.2 a,
b oder c ist endgültig. |
Artikel 11 Spielergebnisse
| 11.1 |
Sofern im voraus nicht anders angekündigt erhält ein
Spieler, der seine Partie auf dem Brett oder wegen Regelverstoß gewinnt,
einen (1) Punkt, ein Spieler, der seine Partie auf dem Brett oder infolge
Regelverstoß verliert, erhält keinen (0) Punkt und ein Spieler, dessen
Partie remis endet, erhält einen halben (½) Punkt. |
Artikel 12 Das Verhalten der Spieler
| 12.1 |
Die Spieler dürfen nichts tun, was dem Ansehen des
Schachsports abträglich ist. |
| 12.2 |
a. |
Während der Partie ist es den Spielern verboten, irgendwelche
Notizen, Informationsquellen oder Ratschläge zu verwenden oder
auf einem anderen Schachbrett zu analysieren. |
| |
b. |
Es ist streng verboten, ein Mobiltelefon oder andere elektronische
Kommunikationsmittel, die nicht vom Schiedsrichter bewilligt wurden, in
die Turnierräumlichkeiten mitzunehmen. Wenn während der Partie das
Mobiltelefon eines Spielers in den Turnierräumlichkeiten läutet,
dann verliert dieser Spieler die Partie. Das Ergebnis des Gegners muss vom
Schiedsrichter bestimmt werden. |
| 12.3 |
Das Partieformular darf nur zur Aufzeichnung der Züge,
der Zeiten auf den Uhren, den Remisangeboten, Informationen, die sich auf
eine Reklamation beziehen, und anderen sachdienlichen Daten verwendet werden. |
| 12.4 |
Spieler, welche ihre Partie beendet haben, werden als Zuschauer betrachtet. |
| 12.5 |
Spielern ist es nicht gestattet, die "Turnierräumlichkeiten"
ohne Erlaubnis des Schiedsrichters zu verlassen. Zu den Turnierräumlichkeiten
gehören der Spielsaal, Aufenthaltsräume, Toiletten, Erfrischungsräume,
gesonderte Räume für Raucher und weitere durch den Schiedsrichter bestimmte Bereiche.
Dem Spieler, der am Zug ist, ist es nicht gestattet, den Spielsaal ohne
Erlaubnis des Schiedsrichters zu verlassen. |
| 12.6 |
Es ist verboten, den Gegner auf irgendeine Weise abzulenken oder zu
stören. Dazu gehören auch unbegründete Reklamationen oder Remisangebote. |
| 12.7 |
Ein Verstoß gegen irgendeinen Teil der Artikel 12.1
bis 12.6 muss gemäß Artikel 13.4 bestraft werden. |
| 12.8 |
Die wiederholte Weigerung eines Spielers die Schachregeln
zu befolgen muss mit Partieverlust bestraft werden. Das Ergebnis für
den Gegner muss vom Schiedsrichter bestimmt werden. |
| 12.9 |
Wenn beide Spieler gemäß Artikel 12.8 schuldig
sind, wird die Partie für beide Spieler für verloren erklärt. |
Artikel 13 Der Aufgabenbereich des Schiedsrichters
| 13.1 |
Der Schiedsrichter muss darauf achten, dass die
Spielregeln genau eingehalten werden. |
| 13.2 |
Der Schiedsrichter hat im Interesse des Wettkampfes zu
handeln. Er sollte sicherstellen, dass gute Spielbedingungen herrschen
und dass die Spieler nicht gestört werden. Er muss den Verlauf
des Bewerbes beaufsichtigen. |
| 13.3 |
Der Schiedsrichter hat die Partien zu überwachen,
besonders wenn die Spieler in Zeitnot sind, seine Entscheidungen
durchzusetzen und, wenn erforderlich, Strafen über Spieler zu verhängen. |
| 13.4 |
Der Schiedsrichter kann eine oder mehrere
der folgenden Strafen anwenden: |
| |
a. |
Verwarnung, |
| |
b. |
Verlängerung der verbleibenden Bedenkzeit des Gegner, |
| |
c. |
Verkürzung der verbleibenden Bedenkzeit des schuldigen Spielers, |
| |
d. |
die Partie für verloren erklären, |
| |
e. |
Verminderung der in einer Partie vom schuldigen Spieler erzielten Punkte, |
| |
f. |
Erhöhung der in einer Partie vom Gegner erzielten Punkte
bis zur möglichen Höchstpunktezahl in einer Partie, |
| |
g. |
den Ausschluss vom Turnier. |
| 13.5 |
Der Schiedsrichter kann einem Spieler oder beiden Spielern
im Falle einer Störung von außerhalb zusätzliche Bedenkzeit geben. |
| 13.6 |
Der Schiedsrichter darf in eine Partie nicht eingreifen,
außer in den in den Schachregeln beschriebenen Fällen. Er darf nicht auf
die Anzahl der ausgeführten Züge hinweisen, außer in Anwendung von
Artikel 8.5, wenn mindestens eine der Klappen gefallen ist. Der Schiedsrichter
hat es zu unterlassen, einen Spieler darauf aufmerksam zu machen, dass sein Gegner
einen Zug beendet hat oder dass der Spieler seine Uhr nicht angehalten hat. |
| 13.7 |
a. |
Zuschauer und Spieler anderer Partien dürfen weder
durch Reden noch auf andere Art in eine Partie eingreifen. Falls
erforderlich, kann der Schiedsrichter die störenden Personen aus
den Turnierräumlichkeiten weisen. |
| |
b. |
Es ist jedermann verboten, in den Turnierräumlichkeiten und in anderen
vom Schiedsrichter festgelegten Räumen ein Mobiltelefon zu gebrauchen. |
Artikel 14 Die FIDE
| 14.1 |
Angeschlossene Föderationen können die FIDE um eine offizielle
Entscheidung bei Problemen bezüglich der Schachregeln ersuchen. |
|