Vereinsgeschichte:

vereinsgeschichte

 

Die Gründungsjahre

In den Nachkriegsjahren trafen sich regelmäßig schachbegeisterte Waidhofner im Kaffeehaus zum königlichen Spiel. Im Jahre 1948 erfolgte die Vereinsgründung, wobei Schach als Sektion des Sportvereins geführt wurde. In den ersten Jahren des Bestehens der Schachsektion fanden noch keine Vereinsmeisterschaften statt, vielmehr wurden mit benachbarten Waldviertler Vereinen Wettkämpfe mit unterschiedlicher Bretteranzahl organisiert. So wurde gleich zu Beginnin einem Freundschaftskampf die Schachsektion des SV Gmünd auf 10 Bretter 5,5:4,5 besiegt, wobei Herr Dr. Schlosser für Waidhofen am Spitzenbrett ein Remis ereichte. 1950 ging der Retourkampf gegen Gmünd 4:5 verloren; gegen den neugegründeten Schachklub Siegharts gab es einen 6:4 Sieg und Vitis wurde 8,5:3,5 geschlagen.

In den ersten Jahren des Bestehens des Schachvereines waren es die Herren Alois Keinz, Dr. Huss, Prim. Dr. Fink und Dr. Höpfl, die das Vereinsgeschehen prägten und leiteten. 1960 trat der Waidhofner Verein dem NÖ Schachverband bei und es wurde ein regelmäßiger Meisterschaftsbetrieb eingeführt. Neben Waidhofen waren zu dieser Zeit Vereine in Vitis, Gmünd, Gr. Siegharts, Zwettl und Heidenreichstein aktiv.

Ein Bild aus dem Jahre 1955 (im Buch 25 Jahre Sportverein Waidhofen/Thaya) zeigt sozusagen die erste Garnitur unserer Schachsektion. Darauf sind die Herren Ing. Sladek, Nagele, Dr. Huss, Cay in der hinteren Reihe und vorne die Herren Keinz, Krische, Schulz und Binder zu sehen.

Die Mannschaftsbewerbe wurden auf 6 Brettern ausgetragen. In der Waidhofner Mannschaft spielten meist die Herren Keinz, Dr. Huss, Prim. Dr. Fink, Wurschy, DI Knell, Dr. Höpfl, Nagele, Binder und andere. Die Waldviertler Mannschaftsmeisterschaften von 1961/62 und 1962/63 konnten von Waidhofen gewonnen werden.

In den folgenden Jahren wurden durch das Ausscheiden mehrerer starker Spieler mannschaftlich nicht so gute Ergebnisse erreicht und es wurden nur vereinzelt Wettkämpfe durchgeführt. Bei Teilnahme an den Waldviertler Meisterschaften, die nicht mehr regelmäßig stattfanden, wurde meist ein Platz im Mittelfeld erreicht.

 

Die Ära Illner

Ende der 70er-Jahre setze der große Aufschwung sowohl im Waidhofner als auch im Waldviertler Schachsport ein. Nach einem 3. Platz im Mannschaftsbewerb 1977/78 nahm Waidhofen 1978/79 erstmals mit einer 2. Mannschaft am Meisterschaftsbetrieb teil und wurde 1. bzw. 6. Neben den beiden Waidhofner Vereinen spielten noch Gmünd, Horn, Heidenreichstein und Kautzen in der Gruppe Waldviertel, jeweils auf 4 Brettern. DI Gerhard Illner, bereits Sektionsleiter in Waidhofen seit Beginn der 70er, wurde 1977 Obmann der Schachgruppe Waldviertel und Vizepräsident des NÖ Schachverbandes. In dieser Funktion trug er wesentlich zur Weiterentwicklung und zur Verbreitung des Schachspieles im Waldviertel bei. So organisierte er u. a. parallel zur Waldviertler Meisterschaft die Teilnahme der Spielgemeinschaft Waldviertel bei der Meisterschaft im Weinviertel 1979/80, wo auch auf Anhieb der Meistertitel gelang. Im folgenden Aufstiegsturnier zur Landesliga gelang mit einem 2. Platz die Qualifikation zur Teilnahme in der Landesliga.

In den Jahren 1981 - 1985 wurde neben der Waldviertler Meisterschaft mit der Spielgemeinschaft Waldviertel in der NÖ Landesliga gespielt, wobei den Kern der eingesetzen Spieler Waidhofen stellte. Die dabei gewonnene Spielerfahrung wirkte sichaus und es kam zu einer Siegesserie im Waldviertel durch Waidhofen von 1980/81 bis 1989/90 mit nur einem 2. Platz 1981/82. DI Gerhard Illner war in all diesen Jahren die Nummer Eins und vom Spitzenbrett nicht zu verdrängen.

Die steigende Anzahl von Schachvereinen im Waldviertel führte ab der Spielsaison 1981/82 zur Einführung einer 2.Klasse mit je 5 Vereinen. In der Saison 1985/86 nahmen bereits 16 Mannschaften an der Meisterschaft teil. Gespielt wurde auf 6 bzw. 4 Brettern.

Ab der Spielsaison 1990/91 wurde eine 3. Leistungsgruppe im Waldviertel eingeführt. In jeder Spielklasse waren 8 Mannschaften, wobei auf 6, 5 bzw. 4 Brettern gespielt wird.
Zu Jahresbeginn 1988 legte Herr DI Gerhard Illner seine Funktionärstätigkeiten im Schachsport zurück. Neuer Leiter der Sektion Schach des SV Sparkasse Waidhofen/Thaya wurde Herr Ing. Eggenhofer.

 

Die Neunziger

In der Saison 1990/91 ging die Serie der überlegen gewonnen Meisterschaften für Waidhofen zu Ende. Einerseits beendeten mehrere starke Spieler wie Markus Kaswurm, Dr. Klaus Böhm, Erwin Primus und Jutta Borek die Spieltätigkeit für Waidhofen, andererseits wurden durch einige Vereine starke ausländische Spieler im Meisterschaftsbewereingesetzt.

Ab dem Tief in der Saison 1992/93, wo die 1. Mannschaft "nur" den 4. Tabellenplatz erreichte und die 2. Mannschaft als Letzter in die 3. Klasse abstieg, ging es wieder aufwärts. Nach einem 2. Platz 1993/94 gab es 1994/95 doppelten Grund zum Feiern. die 1. Mannschaft wurde Meister in der 1. Klasse und die 2. Mannschaft gewann die 3. Klasse und erreichte damit den Wiederaufstieg in die 2. Klasse.

Tabelle 1. Klasse 1994/95
 
1. SV Sparkasse Waidhofen
2. WSV Krems-Chemie
3. EPSV Gmünd
4. USV Gr. Gerungs
5. Bad Gr. Pertholz
6. VHS Horn/SV Langau
7. SK Zwettl
8. Gars
 

 
Punkte
48,5
46,0
42,0
41,0
40,5
40,0
39,0
39,0
 

Tabelle 3. Klasse 1994/95
 
1. SV Sparkasse Waidhofen 2
2. SC Eisgarn
3. Gr. Globnitz 2
4. Bad Großpertholz 2
5. USC Schweiggers
6. SK Zwettl 2
7. SK Litschau 2
8. Gr. Gerungs 2
9. SK Litschau 3
 
Punkte
45,0
45,0
43,5
37,5
30,5
30,0
24,5
17,0
15,0
 
1.klasse-1994-95
Waldviertler Mannschaftsmeister 1994/95 (1. Klasse):
Mag. Fritz Pekny, DI Gerhard Illner, Dr. Harald Rosenauer, HL Otto Gruber, Wolfgang Orsario, Mag. Fritz Pallnstorfer
 
3.klasse-1994-95
Waldviertler Mannschaftsmeister 1994/95 (3. Klasse):
Markus Dietrich, Josef Schwarz, Georg Schuster, Ing. Gottfried Eggenhofer Neben den Mannschafsbewerben wurden zahlreiche Einzelmeisterschaften, die in verschiedenen Bewerben ausgetragen wurden, von Waidhofenern gewonnen.
 
Von den Waidhofenern trugen sich bisher in die Siegerlisten ein:
Jutta
BOREK:

Markus
KASWURM:

DI Gerhard
ILLNER:

Harald
EBNER:

Markus
KASWURM:

Peter
NEWALD:
Österreichischer Meister Damen
1987/88

Landesmeister Schüler 1987
Landesmeister Jugend 1988

Waldviertler Einzelmeister 1967, 1974, 1976,
1979, 1980, 1981, 1983, 1984, 1985, 1993

Waldviertler Schülermeister
1981

Waldviertler Schülermeister 1985, 1986
Waldviertler Jugendmeister 1986, 1988

Waldviertler Jugendmeister
1990, 1991

Bis ins internationale Schachgeschehen vorgedrungen ist Jutta Borek. Nach den ersten Schachzügen im Waidhofner Klub begann sie ab der Meisterschaft 1983 in der 2. Mannschaft und erreichte in nur wenigen Jahren die hervorragende Spielstärke von 2067 Elo-Punkten beim Gewinn der österreichischen Staatsmeisterschaft 1988, wo sie auch den Verein wechselte.

Ihren Verbindungen ist es zu verdanken, das zwei internationale Schachereignisse in Waidhofen stattfanden. Das Internationale Schach-Open in Waidhofen/Thaya im Rahmen des Mephisto-Grand-Prix fand im September 1992 statt, bestens organisiert von Jutta Borek und Alex Fauland, brachte weit über 100 Spitzenspieler nach Waidhofen. Darunter waren 30 internationale Titelträger (4 Großmeister, 13 Internationale Meister...). Die ersten 3 Plätze errangen russische Internationale Meister. Die Spielstärke des Turniers wurde am besten verdeutlicht, das mit DI Gerhard Illner der beste heimische Spieler auf Platz 66 landete.

1995 war der holländische Großmeister John van der Wiel über Einladung von Prim. Borek in Waidhofen. Er trat bei einer Simultanveranstaltung gegen eine mit u. a. mit Jutta Borek verstärkter Waidhofener Mannschaft an und erreichte aus 17 Partien 14 Siege. Remisieren konnten Mag. Fritz Pekny, Dr. Harald Rosenauer und Markus Dietrich.
 
simultan-van-der-wiel-1995

Simultanveranstaltung: Jutta Borek, Dr. Harald Rosenauer, Josef Schwarz, Dr. Hans Fitz, Markus Dietrich, Großmeister John van der Wiel

Cup-Bewerb/Stadtmeisterschaft:
Parallel zum Meisterschaftsbetrieb wurde in der Saison 1986/87 mit der Austragung eines Cup-Bewerbes im Waldviertel begonnen und bisher in ununterbrochener Reihenfolge abgehalten. 1987/88 und 1992/93 gelang es der Waidhofener Mannschaft diesen Bewerbzu gewinnen. Damit war auch jeweils die Qualifikation für das Landesfinale erreicht, wo 1988 in Laa/Thaya der hervorragende 2. Platz und 1993 in Wr. Neustadt der 3. Platz herausgespielt wurde. Für den Cupsieg 1993 zeichnen Wolfgang Orsario, HL Otto Gruber, Mag. Friedrich Pekny und DI Gerhard Illner verantwortlich.

Lange Tradition hat auch schon die Ermittlung eines Stadtmeisters in Waidhofen/Thaya. Dieser wird meist in internen Rundenturnieren oder mit offenen Turnieren, wo auch Spieler anderer Vereine teilnehmen, ermittelt. Gut bewährt haben sich auch hier gemeinsame Veranstaltungen mit den Schachklubs in Gr. Siegharts und Heidenreichstein.
 
Die Stadtmeister der letzten Jahre:
1977: DI Gerhard Illner
1978: DI Gerhard Illner
1979: DI Gerhard Illner
1980: DI Gerhard Illner
1981: DI Gerhard Illner
1982: Günter Karl
1983: Mag. Fritz Pekny
1984: DI Gerhard Illner
1985: DI Gerhard Illner
1986: DI Gerhard Illner
1987:
1988: Dr. Klaus Böhm
1989: DI Gerhard Illner
1990: DI Gerhard Illner
1991: Mag. Fritz Pallnstorfer
1992: Peter Newald
1993: DI Gerhard Illner
1994: HL Otto Gruber
1995: Mag. Fritz Pekny
1996: DI Gerhard Illner

Die Stadtmeisterschaft 1996 wurde mit dem Sparkassen-Open Waidhofen/Thaya ausgetragen.
Ergebnis:

1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
 DI Gerhard Illner
 Wolfgang Orsario
 Mag. Fritz Pekny
 Dr. Harald Rosenauer
 Mag. Fritz Pallntorfer
 HL Otto Gruber
 Rainer Orsario
 Ing. Gottfried Eggenhofer
 Josef Schwarz
 Markus Dietrich
 Georg Weber
 Roman Ledwinka
 Ulrich Pöschl
 
stadtmeisterschaft-1996
Stadtmeisterschaft 1996: Dir. Pröstling, Mag. Fritz Pekny, DI Gerhard Illner, Wolfgang Orsario, Franz Weinstabl (Gr. Siegharts), Ing. Gottfried Eggenhofer

Bereits nostalgische Erinnerungen weckt die erste gemeinsame Meisterschafts-Schlussrunde aller Waldviertler Schachvereine, die im Mai 1989 im Saal des Hotel Haberl abgehalten wurde. Dabei füllten rund 100 Schachspieler das Lokal und dokumentierten damit in eindrucksvoller Art die Aufwärtsentwicklung des Schachsports im Waldviertel. Daß die Waidhofner Mannschaft dabei neuerlich den Meistertitel schaffte, gab der Veranstaltung natürlich besondere Bedeutung.

Neben den fixen Bestandteilen im jährlichen Schachbetrieb wie Mannschaftsmeisterschaft, Cup-, Stadt- und Einzelmeisterschaft wurde immer wieder an Veranstaltungen anderer Vereine wie Schnellturniere, Blitzturniere, Städtevergleichskämpfe bis hin zu "Schachreisen" ins Ausland teilgenommen. Unzählig sind die dabei von den Waidhofnern gewonnenen Preise und Pokale.

Keimzelle des Schachlebens sind trotz der Konkurrenz durch die Computerschachprogramme die wöchentlichen Klubabende, die sich nach wie vor großer Beliebtheit erfreuen. Dabei wird meist nicht Turnierschach gespielt, sondern Partien analysiert und "geblitzt".
 
klubabend

Klubabend: Dr. Hans Fitz, Mag. Fritz Pallnstorfer und Mag. Fritz Pekny,
der sich immer wieder den Nachwuchsspielern widmet und schon viele Jahre als umsichtiger Spielleiter der 1. Klasse fungiert.

Es bleibt zu hoffen, daß auch in Zukunft die Freude am Schachsport anhält und die lange Tradition in Waidhofen/Thaya auch in nächster Zeit weitergeführt wird.

 
http://members.speeding.at/md/
http://schachverein.kilu.de/